„Gemeinsam entdecken, begreifen, akzeptieren und verändern.“

Der generelle Ablauf

Die ersten Gespräche

Zu Beginn einer Therapie finden in der Regel zunächst fünf sogenannte probatorische Sitzungen à 50 Minuten statt.

In den probatorischen Sitzungen:

  • haben Patient und Therapeut die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und zu schauen, ob die „Chemie“ passt

  • klärt der Therapeut ab, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt und stellt Fragen über Art & Dauer der Beschwerden, bisherige Lösungsstrategien, Erwartungen an die Therapie, etc.

  • wird eine biographische Anamnese erhoben

  • werden zudem meist Fragebögen und Testverfahren eingesetzt, die dabei helfen sollen, ein möglichst umfangreiches Bild der Problematik zu erstellen

  • werden gemeinsam mit dem Patienten mögliche Therapieziele entwickelt

Der Therapieantrag

Nachdem Diagnostik und Anamnese erfolgt sind und der Patient mit einer Behandlung einverstanden ist, schreibt der Therapeut einen Antrag an die Krankenkasse, in der er begründet, warum bei dem Patient eine Behandlung notwendig ist. Er beantragt entweder eine Kurzzeit- (25 Sitzungen à 50 Minuten) oder eine Langzeittherapie (45 Sitzungen à 50 Minuten) Die Krankenkasse bekommt diesen Antrag jedoch nicht zu lesen, er wird überprüft von einem externen Gutachter, der selbst Psychotherapeut ist. Der Gutachter empfiehlt der Krankenkasse die Genehmigung der Sitzungen oder lehnt diese ab. Falls der Gutachter die Behandlung ablehnt, können Patient und Therapeut Widerspruch einlegen.

Für eine Antragsstellung sind nötig:

  1. Therapieantrag des Therapeuten mit Diagnose nach der ICD-10

  2. Antragsformular des Therapeuten mit Unterschrift

  3. Antragsformular des Patienten mit Unterschrift

  4. Konsiliarbericht eines Arztes (vom Patienten vom Hausarzt zu besorgen)

Die Behandlung

Die Dauer einer Psychotherapie kann je nach Art und Schwere der Störung sehr unterschiedlich sein. Da Psychotherapie nicht von heute auf morgen wirkt, sollten Sie sich Zeit geben und sich auf eine Behandlungsdauer von einigen Monaten einstellen. Meist finden die Sitzungen zu Beginn einmal pro Woche statt und dauern 50 Minuten.

In der ersten Phase der Therapie geht es meist darum, ein Verständnis bzw. eine Erklärung für die Störung zu finden und diese und deren Ursachen besser zu verstehen. Aus der Erklärung der Entwicklung der Störung leitet sich ab, was in der Behandlung passieren wird. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit eine tragfähige und vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Therapeuten aufzubauen.

In der mittleren Phase der Therapie, welche den größten Teil der Behandlung ausmacht, geht es darum, sich mit Ihren konkreten Problemen auseinanderzusetzen und neue Wege zu finden, sie zu bewältigen. Sie probieren ungewohnte Verhaltensweisen aus und machen neue Erfahrungen. Sie verstehen Ihre Probleme besser und lernen, Ihre „typischen Muster“ zu erkennen. Vielleicht trauern Sie auch um erlittene Verluste und Veränderungen oder es gelingt Ihnen, unterdrückte Gefühle zuzulassen, ihnen Ausdruck zu verleihen und eine Richtung zu geben.

Gegen Ende der Therapie kann es sinnvoll sein, die Frequenz der Sitzungen zu reduzieren. Sie lernen somit, eigene Strategien und Lösungen zunehmend selbstständig zu entwickeln, bzw. anzuwenden. Sinnvoll kann zudem sein, darüber zu reflektieren, was Ihnen in der Therapie geholfen hat und Vorbereitungen für mögliche Rückschläge zu erarbeiten. Gegebenenfalls vereinbaren Sie mit Ihrem Therapeuten einen Termin einige Monate nach Behandlungsende (eine sogenannte Katamnese), um eine Nachhaltigkeit des Therapieeffektes zu fördern.

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